Nils Petter Molvaer & Mino Cinelu «Sulamediana»

«Global Jazz»20 Uhr | Dorfkirche Riehen19 Mai 2021FESTIVAL 19 MaiTICKETS

What a Dream-Team: der französische Percussionist Mino Cinelu, mit Wurzeln in Martinique, und der norwegische Trompeter Nils Petter Molvaer haben ihre Pläne in die Realität umgesetzt. Ihr gemeinsames Album «SulaMediana» spiegelt die unterschiedlichen Erfahrungen wider, die sie in den Jahrzehnten angesammelt haben. Cinelu brachte seine Einflüsse von Miles Davis, Dizzy Gillespie, Sting oder Kate Bush mit in die Zusammenarbeit ein und Molvaer wiederum seine norwegischen Wurzeln, die in den letzten Jahren mit vielfältigen Kooperationen wie z.B. mit Moritz von Oswald oder Sly & Robbie stets erweitert wurden.


So entstand ein vielschichtiges und höchst unterhaltsames Werk, das viel mehr beinhaltet als «Sula» = die Insel, auf der Molvaer aufwuchs und «Madiana», was ein anderes Wort für «Martinique» ist. Die CD-Kritik dazu: «Der norwegische Trompeter Nils Petter Molvær und der französische Perkussionist Mino Cinelu kreieren verführerische Klangwelten zwischen Archaik und Hightech auf stets wechselnde Art.» (›Empfehlung des Monats‹ in Fono Forum, September 2020)

Nils Petter Molvaer

Der norwegische Trompeter, Komponist und Produzent ist dafür bekannt, unterschiedlichste Musikstile - wie Jazz, Ambient, House, elektronische Musik und Break Beats - miteinander zu verbinden und aus ihnen scheinbar mühelos eine überzeugende Klanglandschaft von tiefer Intensität zu formen.

 

Sein 1997 bei ECM erschienenes Solo-Debütalbum «Khmer» war gleich ein Meilenstein, der den weiteren Verlauf seiner Karriere definieren sollte. Zuvor hatte Molvaer bereits mit Schlüsselfiguren der skandinavischen Szene wie Arild Andersen und dessen Band Masqualero, Sidsel Endresen, Marilyn Mazur sowie Jon Balke zusammengearbeitet und sich dabei eine exzellente Reputation erworben.


Doch erst mit seinem «Khmer»-Projekt, für das er u.a. den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik erhielt, trat er selbst ins internationale Rampenlicht. Es folgten die Alben «Solid Ether» (ECM, 2000), «np3» (Universal, 2002), «Streamer» (Universal, 2004), «ER» (Universal, 2005) und «Re-Vision» (Universal, 2008). Immensen Erfolg verzeichnete er zwischendurch auch mit den Remix-Alben «Recoloured» (Universal, 2001) und «Remakes» (Universal, 2005). Auf «Hamada» (Universal, 2009) und «Baboon Moon» (Sony, 2011)  präsentierte sich Molvaer mit einem neuen, spartanischeren Klangkonzept, das er zuvor bei Konzerten im Trio-Format kreiert hatte.

 

 

Mino Cinelu

Wer Mino Cinelu sagt, muss auch Miles Davis sagen. Denn kein Geringerer als der Prinz der Dunkelheit war es, bei dem der Perkussionist als Senkrechtstarter seine internationale Karriere begann. Drei gewonnene Grammies sind ja kein Pappenstiel. Gewissermassen nebenberuflich war der aus Martinique stammende Ausnahmemusiker zu der Zeit noch als Schlagzeuger in Diensten der Rockjazz-Legende von «Weather Report», wo er sogar in die Gitarrensaiten griff.
Der aussergewöhnliche Meister-Percussionist/ Komponist/ Sänger/ Produzent/ Multi-Instrumentalist Mino Cinelu wurde durch Tourneen und Aufnahmen mit den grossen Stars des Jazz und Pop bekannt, wie Sting, Cassandra Wilson, Lou Reed, Geri Allen, David Sanborn, Dizzy Gillespie, Pat Metheny, Herbie Hancock, Kenny Barron, Branford Marsalis, Tori Amos, Bruce Springsteen, Christian McBride, Tracy Chapman, Stevie Wonder, und Bonnie Raitt.

 

Zwanzig Jahre, in denen Mino Cinelu immer wieder musikalische Grenzen überschritten hat und den Alben anderer Künstler einen Hauch von Exotik verpasst hat. Etwa 1981 Miles' fulminantem Live-Album «We Want Miles» (für viele eines der besten Davis-Alben aller Zeiten), aber auch 1984 Weather Reports «A Sporting Life» oder 1987 Stings «Nothing Like The Sun». Mit dem Kameruner Bassisten Richard Bona, der in diesem Jahr ebenfalls bei den Jazztagen dabei ist, spielte er seine erste Solo-CD ein. Cinelus Musik ist ein pan-eklektischer World Music Mix aus Jazz, Blues, Afro-Pop, karibischen, mittelöstlichen und asiatischen Einflüssen. Mino baut auf sein französisch-karibisches Erbe, singt kreolisch und schöpft aus der Chouval Boa Musiktradition Martiniques mit einem kühnen musikalischen Weitblick.