Swiss Summit at Jazzcampus:
J.P. Brodbeck, W. Jauslin u.a.

SWISS INNOVATION17–23 Uhr | Diverse Säle01 Mai 2017CHF 25.—FESTIVAL 01 MaiTICKETS
TICKETS

«Swiss Special Jazz Day»

17.00 Uhr: Walter Jauslin Solo und Trio

18.30 Uhr: Sahra Büchi Quartet (Info)

20.00 Uhr: Jean-Paul Brodbeck Trio

21.30 Uhr: Sarah Chaksad Orchestra

22.30 Uhr: The Tree Brothers



Tagespass CHF 25.–
Die Konzerte finden in verschiedenen Sälen des Jazzcampus an der Utengasse in Basel statt.

 

In Kooperation mit dem Jazzcampus Basel

 

Walter Jauslin solo & Trio

Walter Jauslin (piano)

Michael Wipf (drums)

Giorgos Antoniu (bass)

 

Bereits mit 16 Jahren begann er autodidaktisch Klavier zu spielen, seine Vorbilder waren Pianisten wie Ray Charles oder Richard Tee. «Ich hörte diese Platten und versuchte jenen Blues zu imitieren. In dieser Zeit spielte ich in verschiedenen Formationen wie Pol Corsa (Fusion Style) oder anderen Blues-, Rock- oder Fusion- Gruppen mit. Meine Liebe zum Jazz ist jedoch erst später so richtig entflammt. Nachdem ich mir die Finger durch die ganze Blues- und Gospelpalette wund gegroovt hatte, fehlte mir noch etwas. Es musste doch noch etwas Abgefahreneres geben als dieser wunderschöne Wald- und Wiesen-Blues!»

Während er die Berufsabteilung der Jazzschule Basel bei Hans Feigenwinter besuchte, eröffneten sich ihm unendliche Weiten des Musikuniversums. Seit seinem Abschluss ist er als Piano- und Improvisationslehrer an der Musikakademie, Abteilung Musikhochschule für Jazz, in Basel tätig. Als freischaffender Musiker hat er u.a mit Cubano Bop, Nubya, Sascha und David Schönhaus, Thomas Moeckel, David Klein, Stephan Kurmann, Detto Fatto, Alice Day, Martina Achermann, Ann Malcolm-Quartett, Lisette Spinnler und Fernando Fontanilles Trio zusammengespielt.

 

Sarah Buechi Quartet 

Sarah Buechi (vocals)

Stefan Aeby (piano)

André Pousaz (bass) 

Lionel Friedli (drums)

 

«Shadow Garden» heisst ihr letztes, ein «atemraubend ruhiges» Album: Songs voller Leidenschaft und Dringlichkeit, die auch in schnellen Rhythmen ihre Mitte haben. Sarah Buechi spielt gekonnt mit Überlagerungen, ihre Stimme trägt in jedem Augenblick, vom Hauchen und Hecheln bis zum langgezogenen Ton und im Wechsel von Brust- und Kopfstimme. Neugier ist ein wesentlicher Antrieb in ihrer Musik und der Ursprung dafür, sich forschend auf etwas einzulassen, das zuerst abschrecken mag. Wenn sie «let my try to step out of my comfort zone» singt,  ist dies keine Floskel, sondern gehört zum Kern ihrer Musik. Sarah Buechi ist bereit, ein Wagnis einzugehen, ohne die Sicherheit des Gelingens: hinausgehen, ausprobieren, sich einlassen, riskieren. So lebt sie ihre Musik und dazu hat sie drei ganz hervorragende Musiker mit im Boot, die jede ihrer Regungen aufnehmen, erwidern und weiterspinnen: Stefan Aeby am Piano, André Pousaz am Bass und Lionel Friedli am Schlagzeug sind absolut einfühlsame und geradezu ideale Partner und garantieren allesamt für wunderbare Augenblicke und ein grosses Konzertvergnügen.

 

Jean-Paul Brodbeck Trio 

Jean-Paul Brodbeck (piano)

Lukas Traxel (bass)

Claudio Strüby (drums)

 

Er war zuletzt am Festival 2014 im Duo mit Alex Hendriksen zu hören: Der in Zürich lebende Basler Pianist Jean-Paul Brodbeck kommt diesmal mit seinem 2015 zusammengestellten Trio und zu einer CD-Taufe. Mit dem Drummer Claudio Strüby arbeitet er bereits seit zehn Jahren zusammen, so auch im ausserordentlich schönen Quartett mit Andy Scherrer und Fabian Gisler. Strüby sorgt seinerseits im Trio Rusconi seit Jahren international für Furore, letztes Jahr etwa mit dem Album «Rusconi + Fred Frith – Live in Europe». Mit dem 1993 in Altdorf geborenen Lukas Traxel hat Brodbeck den Bass mit einem grossen Talent besetzt, das durch die Zusammenarbeit mit Colin Vallon, Tim Berne, Gerry Hemingway, Nils Wogram, Frank Möbus und Elina Duni aufgefallen ist. 

Die Musik des Trios ist eine tiefgründende, sehr lyrische, trotzdem aber wunderbar swingende. Es sind überraschende Statements eines klassischen Trios, dem die Feinheiten der eigenen Sprache allemal wichtiger sind und näher liegen, als ein um jeden Preis mitreissender, aber eher effektheischender und oberflächlicher Sound. Brodbecks neue und offen gestaltete Kompositionen bauen auf der Jazztradition, sind erdverbunden und prädestiniert für die Intensität ihres Zusammenspiels: melodiöse herrlich fliessende Kleinode grosser Kunst.

 

 

Sarah Chaksad Orchestra 

Sarah Chaksad (as, ss, comp)

Andreas Böhlen (as, ss, cl, flute)

Cédric Gschwind (ts, flute, ss)

Fabian Willmann (ts, cl, bs)

Lukas Wyss (tb)

Lukas Briggen (tb)

Lucas Wirz (btb)

Charles Wagner (tp)

Jonas Winterhalter (tp)

Octave Moritz (tp)

Julie Fahrer (vocal)

Hagen Neye (b)

Michael Baumann (p)

Valentin Hebel (g)

Jan Schwinning (dr) 

 

Wer bei orchestralem Jazz an alte Aufnahmen oder den typischen Sound einer amerikanischen College-Bigband denkt, liegt beim Sarah Chaksad Orchestra falsch: Zwar fusst auch dieses Orchester auf der Jazztradition, doch einerseits ist die Bandleaderin ganz in der europäischen Kultur und Ästhetik verankert und anderseits sind die Mitglieder ihrer Band nicht nur brave Orchestermusiker, sondern allesamt vor allem auch hervorragende Solisten. Sarah Chaksad, 1983 geboren, ist Saxophonistin und schreibt als Komponistin auch die Musik für ihr 15-köpfiges Ensemble, das sie vor bald vier Jahren und noch im Masterstudium gegründet hat. Letztes Jahr erschien das erstes Album ihres Orchesters, «Windmond»: neun Songs mit einer eigenen Handschrift und gegenwartsbezogen. Sarah Chaksad lässt es im Tutti knallen und kontrastiert dazu verschiedenste Kombinationen und feine Nuancen, in denen sie die Musiker solistisch brillieren lässt, sie führt Stimmen parallel und zuweilen geschickt auch kontrapunktisch. So hören wir eine Combo, die swingt, balladesk eine berührende Tiefe kreiert, aber auch mal mit einem rockigen Stück aufrüttelt – ein Orchester, das hellwach klingt und erstaunliche Reife offenbart.

 

 

«Tree Brothers»

Vernau Mier (as)

Sebastian von Keler (ts)

Raphael Rossé (tb)

Johannes Maikranz (g)

Gabriel Wyss (g)

Alex Ventling (keys)

Victor ‚poncho‘ Rossé (b)

Michael Anklin (dr)

 

«Elf Freunde müsst ihr sein» … In der Musik funktioniert es auch mit weniger Spielern, und schon ein Oktett vermag mit dem richtigen Sound ganz schön heftig und orchestral zu klingen. «Tree Brothers» sind acht Freunde aus fünf verschiedenen Ländern, deren gemeinsame Wurzeln zwar im Jazz liegen – die darüber hinaus aber auch Gefallen am Reggae gefunden haben, dessen Rhythmen verbinden und begeistern. Seit Anfang 2015 stecken «Tree Brothers» mit ihrem Reggae das Publikum so an, dass es meist unweigerlich zu tanzen oder sich mindestens zu bewegen beginnt. Selbstverständlich vergessen die acht Baumbrüder dabei auch ihre Jazzwurzeln nicht.