Nils Landgren / Michael Wollny /
Lars Danielsson / Wolfgang Haffner
«4 Wheels Drive»

Jazzfest im neuen Stadtcasino BaselGroovin' Jazz21.15 Uhr | Stadtcasino Basel – Musiksaal29 August 2020 Plus Anouar Brahem GroupSERIES 202029 AugustTICKETSKombiticket
TICKETS

«Landgren, Danielsson, Wollny und Haffner schließen sich zu einer Traum-Kombo des europäischen Jazz zusammen, die funktioniert, weil hier Einzelkönner als Teamplayer unterwegs sind.» - dpa Deutsche Presse Agentur

 

Über den Stellenwert dieser vier Künstlerpersönlichkeiten muss man nicht viele Worte verlieren. Sie spielen zu hören, reicht: Wenn Nils Landgren seine einfühlsame Melodie von «Le chat sur toit» intoniert, Michael Wollny in «Lady Madonna» mit einem blues-getränkten Pianosolo glänzt, «Polygon» von Lars Danielssons Bassintro eröffnet wird und Wolfgang Haffners Power-Groove «4WD» nach vorne treibt, dann wird zweifels-frei klar: Hier haben sich vier Grössen des europäischen Jazz zum Quartett vereinigt, die sich seit Jahren kennen und schätzen. Bekanntlich kreuzten sich die Wege der Musiker bereits des Öfteren in verschiedenen Konstellationen. Man denke an das eindringliche Duo von Landgren und Wollny, Haffner als langjähriges Rückgrat in der Funk Unit oder an Danielssons Präsenz in Haffners Trio. In Reinform gab es diese vier aber noch nie. Nun haben sich die Freunde entschlossen, im Nilento Studio Göteborg ein gemeinsames Album aufzunehmen: «4 Wheel Drive».

 

Der Albumtitel steht symbolisch für das musikalische Kräfteverhältnis: Jeder der vier lenkt den Reisekurs des Quartetts gleichermaßen. Gemeinsam nehmen sie als gross-artige Solisten und Teamplayer Fahrt auf. Neben je einer Eigenkomposition der Pro-tagonisten haben sich Landgren, Wollny, Danielsson und Haffner ausserdem auf vier Kreativkräfte der Musikgeschichte verständigt, deren Vorlagen sie interpretieren: Paul McCartney, Billy Joel, Phil Collins und Sting. «Neben der zeitlosen Qualität ihrer Stücke war die Idee zur Konzeption und Auswahl der Cover Songs, dass sie vor allem auch die Instrumente in unserem Quartett spiegeln», erklärt Wollny. So stehen McCartney und Sting für den Bass und Gesang. Billy Joel ist ebenfalls ein begnadeter Pianist und Phil Collins startete seine Karriere zuerst als Schlagzeuger bei Genesis. Auch ganz persönliche Beziehungen führten zur Auswahl. So nennt Danielsson den Beatles-Musiker als seinen Bass-Favoriten neben Johann Sebastian Bach. Der Name Sting ist in Landgrens Repertoire nicht wegzudenken, besonders durch seine Interpre-tationen von «Fragile». Und schliesslich fühlt sich Haffner als Schlagzeuger genauso wie Collins im Pop wie im Jazz zuhause.

 

Die ausgewählten Klassiker nutzen die 4 Wheel Drive-Musiker als Startpunkt für eigene Exkursionen: McCartneys «Maybe I’m Amazed» wird zur heruntergedimmten Jazzbal-lade. Von sämtlichem Beiwerk befreit und durch Wollnys präpariertes Klavier trans-formiert, entwickelt sich Billy Joels «She’s Always A Woman» zum geheimnisvoll-entrückten Liebeslied. Das Genesis-Stück «That’s All» deuten die Musiker zu einer in-strumentalen Soundcollage um. Und Stings Song-thema über das Loslassen findet bei «If You Love Somebody Set Them Free» eine musikalisch treffende Entsprechung durch die Freiheit des Jazz, besonders wenn das Stück in Landgrens druckvolle Po-saunenimprovisation mündet. Musik auf der Überholspur rahmt das Album ein: Wollnys rasantes Paradestück, der Opener «Polygon» und das abschliessende, von Danielsson geschriebene Titelstück «4WD», bei dem er Nirvanas «Smells Like Teen Spirit» im Hinterkopf hatte. «4 Wheel Dri-ve», das ist ein Ensemble wie ein leistungsstarker Vierzylindermotor mit perfekt ver-zahntem Getriebe. Der Treibstoff: Jazz.