John Scofield «Country for Old Men»

Groovin' Guitar20.15 Uhr | Volkshaus Basel05 Mai 2018CHF 79.— | 59.— | 39.—FESTIVAL 05 MaiTICKETS
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Scofield (guitar)
Gerald Clayton (organ, piano)
Vicente Archer (bass)
Bill Stewart (drums)

John Scofield darf mit Fug und Recht als eine der prägenden Gestalten des Jazz der letzten dreissig Jahre betrachtet werden. Schon vor seiner Zeit bei Miles Davis, die ihn weltbekannt machte, spielte er etwa mit Chet Baker oder bei Charles Mingus. Sein Quartett mit Joe Lovano (Sax), Dave Holland (Bass) und Al Foster (Drums) prägte die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts nachhaltig, später wagte er sich auch an neuartige Sounds mit Medeski, Martin und Wood oder mit grossorchestralen Projekten. In den letzten Jahren überraschte er auch mit seiner New Orleans Revival-Band «Piety Street» und unterstrich damit seine grosse Liebe zum Blues.

Nicht als Experte, sondern als langjähriger Fan nähert sich einer der Grossen der modernen Jazzgitarre auf «Country For Old Men» einem Genre an, das unter Jazzern schon einmal für gerümpfte Nasen sorgt. «Ich bin kein Country-Gitarrist, aber ich mag diese Musik, seit ich begonnen habe Gitarre zu spielen», so Scofield beim Gespräch im renommierten New Yorker Jazzclub Blue Note. Die Barrieren zwischen den Genres sind für Scofield nicht ausschliesslich musikalischer Natur. Jeder Jazzmusiker kenne Beispiele für schönen Country-Gesang, so wie gute Countrymusiker sicher schon Jazz gehört hätten, der sie beeindruckt. «Die Kluft existiert, weil Countrymusiker weisse Südstaatler waren und die Jazzmusiker schwarze Südstaatler, die von den Weissen versklavt wurden.» Das spiele in der Wahrnehmung noch heute eine Rolle. Seine erste Berührung mit der Country Music verdanke sich aber den Hippies in den 60er-Jahren.

Für seine Country-Interpretationen hat sich Scofield vor allem am Gesang der Originalaufnahmen orientiert. So liebe er speziell den «Deep Country, dieses Südstaaten-Ding» von Musikern wie Hank Williams oder George Jones, die er sein ganzes Leben lang gehört habe. Dass Country oft fröhliche Musik mit ziemlich traurigen Texten zusammenführt, gehört für den Gitarristen zu den grossartigsten Aspekten dieser Musik.

CD-Tipps

Country for old Men – 2016

Hudson – 2017 (Quartet mit Jack De Johnette)

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