Cécile McLorin Salvant feat. Sullivan Fortner

Vocal Night – «The Window»20 Uhr | Martinskirche Basel28 April 2020 FESTIVAL 28 AprilTICKETS
TICKETS

Cécile McLorin Salvant (vocal)

Sullivan Fortner (piano)

Women, Jazz & world music – Offbeat präsentiert im 2020 namhafte Musikerinnen mit ihren neuen Projekten Die Grammy Siegerin 2019, die Sängerin Cécile McLorin Salvant mit ihrer unvergleichlichen Stimme, heissen wir speziell herzlich in Basel willkommen. Die Welt lernte die unglaubliche Gesangskunst von Cécile McLorin Salvant erstmals 2010 kennen, als sie den prestigeträchtigen internationalen Jazzwettbewerb Thelonious Monk gewann. Innerhalb von nur einem Jahrzehnt hat sie sich vom Jazzkritiker-Liebling zur mehrfachen Grammy-Award-Gewinnerin entwickelt und damit zu einer der profiliertesten Jazzsängerinnen von heute. Etwas, das vor ihr wohl nur Diana Krall gelang. In wenigen Sekunden kann sie von leidenschaftlicher Ernsthaftigkeit zu doppeldeutiger Ironie wechseln und springt dabei in der Jazzgeschichte mühelos vorwärts und rückwärts. Ihr aktuelles, preisgekröntes Album «The Window» ist ein Duett-Album mit ihrem langjährigen Pianisten Sullivan Fortner, mit dem sie die Tradition des Klavier-Gesang-Duos in all seinen expressiven Möglichkeiten auf höchstem Niveau auslotet.

 

 

Die NZZ schrieb über McLorin Salvant:
Cécile McLorin Salvant ist die Jazzsängerin der Stunde. Alle schwärmen, die Fachpresse, Wynton Marsalis, die Jury des Thelonious-Monk-Wettbewerbs, den sie 2010 gewann. Nachdem ihr erstes offizielles Album, «Woman Child», bereits für einen Grammy nominiert worden war, erhielt sie den Preis für das zweite, «For One to Love», tatsächlich. In Klubs wie Konzerthallen frisst ihr das Publikum förmlich aus der Hand. Wie kaum eine andere versteht es Cécile McLorin Salvant, in ihren Bearbeitungen von bekannten und weniger bekannten Songs die gesamte Geschichte ihres Fachs aufzufächern. Die trotzige Wucht einer Bessie Smith ist zu erkennen, die stupende Präzision und der spielerische Frohsinn von Ella Fitzgerald oder Sarah Vaughan, das Drama von Billie Holiday, der Kämpferinnenmut von Abbey Lincoln. All die verschiedenen Schichten aber sind aufgehoben in einer sehr persönlichen Ausdrucksweise, die bei aller Tiefe nie die Leichtigkeit verliert.Cécile McLorin Salvant ist ein Naturtalent, traumhaft sicher in Intonation und Phrasierung, gesegnet mit einer biegsamen Stimme, die innerhalb eines lapidaren Tonsprunges, eines melodischen Häkchens von einer Farbe zu einer anderen springt, von Rot nach Grün, von Blau nach Gelb. Ihr Gesang kann ebenso schmettern wie schneiden, vor Kälte zischen und warm schmeicheln. Dabei hat sich die 1989 in Miami geborene Tochter einer Französin aus Guadeloupe und eines Mediziners aus Haiti mit Jazz erst intensiver befasst, als sie schon angefangen hatte, in Frankreich, in Aix-en-Provence, zu studieren. Sie hatte sich am Konservatorium für Barockgesang eingeschrieben und belegte Kurse für politische Wissenschaften und Jura. Doch ihre Mutter besorgte ihr auch einen Platz in einer Klasse für Jazzgesang, und schon ging es rund. Cécile McLorin Salvant geht von den Worten aus und den vielfältigen Weisen, wie sie zu verstehen sind. «Für mich ist der Text das Zentrum des Songs, beim Text fängt unsere Arbeit an. Ich liebe Worte. Ich liebe, wie sie in meinem Mund klingen. Ich liebe, wie ein Wort unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Ich liebe es, dass du einen Song so und auch komplett anders interpretieren kannst.» Im Klang des Gesangs verfügt sie jedoch über die Möglichkeit, Worte in einen Zusammenhang zu stellen, der ihre Interpretation in das grosse Format einer Geschichte hebt. «Ich wollte immer eine Schauspielerin sein, dem komme ich mit dem Singen näher.» Dieses grosse Format verlangt nach einem entschlossenen Strich, den die junge Sängerin mit grosser Freiheit auf die Bühne bringt.

CD-Tipp:

The Window /2018 (Grammy 2019)