Anouar Brahem Quartet
«The astounding eyes of Rita»

Jazzfest im neuen Stadtcasino BaselOrient meets Jazz19 Uhr | Stadtcasino Basel – Musiksaal29 August 2020 Plus Landgren / Wollny / Danielsson / HaffnerSERIES 202029 AugustTICKETSKombiticket
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Anouar Brahem Quartet – Mediterrane Poesie in packender Rhythmik

 

Im Herzen der Altstadt von Tunis geboren, vertiefte der tunesische Oud-Spieler zu-nächst die klassische arabische Musik, bevor er zu Beginn der achtziger Jahre in Paris unter anderen mit Maurice Béjart in Kontakt kam. Als Brahem die Musik zum aktuellen Album «The Astounding Eyes of Rita» schrieb, richtete er seinen Fokus auf das melodi-sche Universum und gleichzeitig auf dunkle Klänge produzierende Instrumente aus. Da er gleichzeitig die offene Art europäischer Musiker gegenüber der Improvisation liebt, verhalf ihm Manfred Eicher, in dessen Label ECM er seit gut 20 Jahren diverse CDs produziert hat, zu den nötigen Kontakten. Im deutschen Bassklarinettisten Klaus Gesing und im schwedischen Bassisten Björn Meyer, der auch in Nik Bärtschs Ronin spielt, fand er die nötigen Jazzmusiker für den Dialog zwischen Ost und West. Das Alter Ego zum arabisch-europäischen Gleichgewicht stiess durch Vermittlung eines Familienmitglieds zur Gruppe. Der libanesische Perkussionist Khaled Yassine ist wie Brahem tief verwurzelt in der arabischen Musiktradition, hat aber den nötigen breiten Horizont, den Brahem bei vielen klassisch ausgebildeten Musikern seiner eigenen Tra-dition vermisst. Den Aufnahmen in Udine gingen diverse bilaterale Kontakte voraus, die eingespielte CD wirkt wie aus einem Guss und ist ein Hochgenuss in jeder Bezie-hung. Da wird einerseits bewusst an den Antipoden der zeitgenössischen Hektik ope-riert, andererseits entsteht durch das rhythmische Selbstverständnis des Quartetts, gepaart mit einem unfehlbaren Instinkt für die melodischen Grundlinien, eine Musik, die ihre Kraft von innen heraus schöpft und beim Anhören wie eine grosse Befreiung wirkt.

 

Das Album ist dem 2008 verstorbenen Nationaldichter Libanons, Mahmoud Darwish, gewidmet, von dem auch das bewegende Gedicht stammt, das Brahem zum Titel-song inspirierte.

 

R. Ankli