Anouar Brahem Band «Blue Maqams»

OPENING NIGHTOrient meets New York20.15 Uhr | Musical Theater Basel12 April 2018FESTIVAL 12 April

Anouar Brahem (oud)

Django Bates (piano)

Dave Holland (bass)

Jack de Johnette (drums)

Anouar Brahem verwirklichte sich im Sommer 17 einen ganz besonderen Traum, ging mit drei der Topmusiker und Stilbildnern der New Yorker Szene ins Studio und nahm eine neue CD fürs Label ECM auf. Dieses grossartig Allstar Quartet ist gleichzeitig die Opening Night des Jazzfestivals Basel 2018.

Im Herzen der Altstadt von Tunis geboren, vertiefte der tunesische Oud-Spieler zunächst die klassische arabische Musik, bevor er zu Beginn der achtziger Jahre in Paris unter anderen mit Maurice Béjart in Kontakt kam. Als Brahem die Musik zum Album «The Astounding Eyes of Rita» schrieb, richtete er seinen Fokus auf das melodische Universum und gleichzeitig auf dunkle Klänge produzierende Instrumente aus.

Da er gleichzeitig die offene Art europäischer Musiker gegenüber der Improvisation liebt, verhalf ihm Manfred Eicher, in dessen Label ECM er seit gut 20 Jahren diverse CDs produziert hat, zu den nötigen Kontakten. Mit dem New Yorker Super Bassisten Dave Holland (Miles Davis, Sam Rivers, Chick Corea etc.) und dem Keith Jarrett Trommler Jack DeJohnette fand er die nötigen stilsicheren Jazzmusiker für den Dialog zwischen Ost und West. Das Alter Ego zum arabisch-westlichen Gleichgewicht stiess durch Vermittlung eines Familienmitglieds zur Gruppe. Der Keyboarder und Pianist Django Bates vervollständigt das besondere Quartet.

Vier grossartige Stilbildner, vier innovative Top-Musiker und vier Grenzgänger, die in den letzten 25 Jahren immer wieder musikalisches Neuland betreten haben. Da wird einerseits bewusst an den Antipoden der zeitgenössischen Hektik operiert, andererseits entsteht durch das rhythmische Selbstverständnis des Quartetts, gepaart mit einem unfehlbaren Instinkt für die melodischen Grundlinien, eine Musik, die ihre Kraft von innen heraus schöpft und beim Anhören wie eine grosse Befreiung wirkt. Mediterrane Poesie, orientalische Klänge und Harmonien aus Tunesien in vielschichtiger, packender und teils ungerader Rhythmik. Ein Must!

CD-Tipps

Anouar Brahem Quartet: Astounding Eyes of Rita, ECM 2010

Souvenance – Brahem Quartet – ECM 2015

Anouar Brahem «Blue Maqams», ECM 2017

Der britische Pianist Django Bates kehrt mit einer seiner besten Formationen, dem Trio Belovèd mit dem schwedischen Bassisten Petter Eldh und dem dänischen Schlagzeuger Peter Bruun und dem passend betitelten Album The Study of Touch zu ECM zurück. Alle drei sind hoch individuelle Musiker, die die Konventionen des Jazz-Piano Trios subtil herausfordern.

 

Die Gruppe entstand vor gut einem Jahrzehnt, als Bates am Kopenhagener Rytmisk Musikkonservatorium lehrte. Zu ihren gemeinsamen Arbeiten gehörten unter anderem inspirierte Rekonstruktionen von Stücken, die gemeinhin mit Charlie Parker assoziiert werden – einem prägenden Einfluss sowohl für Bates wie für Bassist Eldh – und auf diesem neuen Album findet sich Parkers Stück «Passport» zwischen Eigenkompositionen von Django – gespielt aus zeitgenössischer Perspektive, voller Respekt und Freude. Einige von Djangos eigenen Stücken, etwa «Senza Bitterness», «Sadness All The Way Down» und «We Are Not Lost, We Are Simply Finding Our Way», gehören zum Kernrepertoire im Belovèd-Repertoire, wo sie von den drei Improvisatoren allerdings ständig umgeformt werden. Unter den Piano Trios hat Belovèd einen ganz eigenen Sound für sich entwickelt. The Study of Touch wurde im Juni 2016 von Manfred Eicher im Rainbow Studio in Oslo produziert.

CD-Tipps

Django Bates' Belovèd «The Study of Touch», EMC 2017