«Symphonic Bop» Vein

Norrbotten Bigband19 Uhr | Volkshaus Basel18 Mai 2019FESTIVAL 18 MaiKOMBITICKET

Michael Arbenz (piano)

Thomas Lähns (bass)

Florian Arbenz (drums)

Das Trio VEIN ist laut Ulrich Olshausen (Frankfurter Allgemeine Zeitung) ein «Trio von nahezu abgehobener Sonderklasse». Die neue CD «Symphonic Bop», die im Herbst 2018 zusammen mit der renommierten Norrbotten Big Band unter der Leitung von Joakim Milder aufgenommen wurde, ist bereits ihr 13. Album. VEIN erweitert hier die Intimität und die kristallklare Präzision seines Trio-Spiels durch die wuchtige Kraft und die vielfältigen Klangfarben einer Big Band. Das Resultat ist in etwa, wie wenn man seinen Lieblingsfilm auf einer Grossleinwand anschaut!
 
Das Spezielle an dieser Produktion ist, dass es VEIN gelingt, seine Trio-Identität zu erhalten, obwohl es die Möglichkeiten der Big Band voll ausschöpft; die Klangfarben und Schattierungen der einzelnen Instrumente sind im kollektiven Sound immer präsent. Pianist Michael Arbenz, der die sechs Stücke orchestriert hat, erklärt: Die Big Band sollte das Klaviertrio instrumentieren und erweitern, ohne dass jedoch die Flexibilität und das Interplay verloren gehen durften.» Ebenfalls erkennt man Einflüsse aus der Klangwelt des Klassischen Sinfonieorchesters: «Ein grosser Teil der Inspiration für die Arrangements kam eher von der Sinfonischen - , als von der Big Band -Tradition», sagt er. So entstand ein Album, das zwar, wie frühere VEIN-CD’s, durch rhythmische Raffinesse, melodischen Einfallsreichtum und ein exzellent eingespieltes Trio besticht, aber die Kraft und die Vielschichtigkeit einer Big Band hinzufügt. Eine eindrückliche Kombination!
 
Auf «Symphonic Bop», das vor allem durch seine musikalische Vielfältigkeit besticht, befinden sich Kompositionen von allen drei VEIN-Musikern. 
 
Florian Arbenz’s Komposition «Boarding the Beat», eine rund 15-Minütige Suite, kombiniert verschiedenste Facetten. Eine langsame, dunkle, aus subtilen Klangfarben bestehende Einleitung führt zu einem fulminanten Groove, auf dem sich immer wieder leuchtende Blech-Akkorde aufbauen, die mal von Robert Nordmarks geschmeidigen Melodien am Tenorsax untermalt, mal von Mats Garberg’s Flöte überflügelt werden. In der Mitte des Stücks zelebrieren Michael Arbenz und Håkan Broström packende Soli. Die Big Band klingt manchmal fast nach Mahler, jedoch kombiniert mit dem Rhythmischen Drive und dem treibenden Groove einer Jazzband.
 
 Thomas Lähns‘ Komposition «Willi’s Pool» folgt eine quirlige, mit ausladenden Gissandi und verzerrten Posaunenklängen durchsetzte Fantasie. Lähns zupft und streicht seinen Bass und kreiert zusammen mit den Posaunisten der Big Band eine surreale, swingende Atmosphäre voller Humor und Witz.
 
Das Triostück «Fast Lane» von Florian Arbenz beginnt mit einem lebhaften Klavier- und Schlagzeugmotiv, das, vom Bass gefolgt, in blitzschnelle Interaktionen mündet, wobei sich die drei Instrumente zu einem flirrenden Ganzen vermischen. In dem, aus sich jagenden Stimmen entstehenden, Klangteppich kann man immer wieder Einflüsse aus der Jazztrio-Tradition erahnen.
 
Michael Arbenz’s Stück «Under Construction» zeigt meisterhaft, wie die Spielfreude des Trios die ganze Big Band mitreissen kann. Nach einem Basssolo umrahmen schnelle Akkordwechsel und eine raffinierte Orchestration das Klaviersolo, gefolgt von einem epischen Posaunensolo von Arvid Ingberg, das sich immer weiter aufbaut bis es in einem furiosen Tutti endet.
 
Die Stimmung ändert sich schlagartig mit Michael Arbenz’s «Passacaglia», einem atmosphärischen Kammermusikstück. Auf filigrane Klavierakkorde folgen zuerst einzelne Bassflageoletts, dann die Holzbläser; schliesslich entwickelt sich die Musik zu einem transzendenten Orchestersound.
 
Das letzte Stück, Florian Arbenz’s «Groove Conductor» zeigt, wie fantasievoll man ein zehnminütiges Big Band-Stück gestalten kann. Funkige, treibende Brassmelodien werden von Petter Olofsson’s erdigem, einer Drum n’ Bass Clugnight würdigen, Elektro-Bass kontrastiert, während Danne Johansson mit einem virtuosen Trompetensolo begeistert.
 
«Symphonic Bop» ist ein trügerisch einfacher Titel für ein Album, das mit sechs Kompositionen eine Brücke vom neuen Jazz zur zeitgenössischen Kammermusik schlägt. VEIN gibt damit einmal mehr ein starkes Statement ab!

 

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